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News des Tages

SOLIDARITY-Studie läuft an


Weltweit werden Medikamente gegen Covid-19 getestet.

Bei der Suche nach einer wirksamen Arznei gegen Covid-19 geht es voran: Die WHO hat eine weltweite Studie initiiert, bei der 4 Medikamente bzw. Medikamentenkombinationen getestet werden. Einfache Studie soll schnelle Ergebnisse bringen SOLIDARITY heißt die global angelegte Untersuchung der WHO. Die Studie ist bewusst einfach gehalten. Zum einen, um möglichst schnell zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen, zum anderen, damit auch die von der Epidemie überlasteten Krankenhäuser teilnehmen können. Das Prozedere ist wie folgt: Hat sich die Diagnose Covid-19 bestätigt und der Patient sein Einverständnis zur Teilnahme an der Studie erklärt, gibt der Arzt die Daten auf einer Website der WHO ein. Außerdem gibt er an, welche der unten genannten vier Therapieoption in seinem Krankenhaus zur Verfügung stehen. Eine davon wird dem Patienten dann per Zufall (randomisiert) von der Website zugeteilt. Danach sind keine Messungen mehr erforderlich. Der Arzt meldet lediglich, wann der Patient entlassen wurde oder ob er verstorben ist, und ob bei ihm eine Sauerstofftherapie oder eine Beatmung durchgeführt worden ist. Potenziell wirksam, sicher und verfügbar Die 4 Therapieoptionen, die die WHO prüfen lässt, wurden von einem Gremium aus internationalen Wissenschaftlern ausgesucht. Kriterien zur Auswahl der Substanzen waren die potenzielle Wirksamkeit, bereits vorhandene Daten zur Sicherheit und eine ausreichende Verfügbarkeit. Dabei handelt es sich um folgende Medikamente:

Dynamisches Design Getestet werden bei der Studie tausende Patienten in zahlreichen Ländern. Wann die ersten Ergebnisse kommuniziert werden, ist noch unklar. Das Design der Studie ist dynamisch: Ein globales Überwachungsgremium prüft in regelmäßigen Abständen die Zwischenergebnisse und entscheidet, ob ein Arzneistoff eine Wirkung hat oder nicht. Zudem können im Verlauf andere, potenziell wirksam Medikamente aufgenommen und getestet werden. Quellen: Ärzteblatt, WHO

Dr. med. Sonja Kempinski


News des Tages

Wann ein Test auf SARS-CoV-2 sinnvoll ist


Das RKI informiert, wann ein Test auf SARS-CoV-2 sinnvoll ist.

Erkältung, Grippe oder doch COVID-19? Wer aktuell von Erkältungssymptomen geplagt ist, fragt sich womöglich, ob er nun auch von dem neuen Coronavirus infiziert wurde. Der Wunsch, dann einen Test zu machen und Gewissheit zu haben, ist nachvollziehbar - aber nicht unbedingt sinnvoll. Die Testkapazitäten sind begrenzt Trockener Husten, Unwohlsein und Fieber – bei vielen Menschen löst das im Moment den Impuls aus, sich sofort auf Corona testen zu lassen. Dahinter steckt oft nicht nur der Wunsch, mögliche schwere Verläufe schnell zu erkennen, sondern auch niemand anderen zu infizieren. Allerdings sind die Kapazitäten für die Durchführung von Tests begrenzt, um das hierfür notwendige medizinische Personal und Material an andere Stelle sinnvoll einsetzten zu können. Verdacht auf COVID-19 – was nun?
Um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, empfiehlt das Robert-Koch-Institut einen Test nur, falls der Betroffene an Symptomen leidet und

Selbst Verantwortung übernehmen Für alle anderen gibt es derzeit keinen Anlass, sich auf das Virus testen zu lassen. Vielmehr appellieren die zuständigen Wissenschaftler an jeden einzelnen Bürger, egal ob mit oder ohne Symptome, sich an das Kontaktverbot zu halten und sich in Ruhe auszukurieren. Nur so könne verhindert werden, dass das Virus weitergegeben wird und Personen mit Risikofaktoren an COVID-19 erkranken. Auch falls Menschen bereits ein negatives Testergebnis erhalten haben, ist Vorsicht geboten. Sie könnten sich dann „in falscher Sicherheit wiegen, so dass sie möglicherweise weniger auf Hygiene und Sicherheitsabstand achten, sich dann aber tatsächlich infizieren und weitere Menschen anstecken“, so Dr. med. Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers. Wer sich trotzdem nicht sicher ist, ob er lieber einen Arzt aufsuchen sollte, dem bietet die Berliner Charité unter www.covapp.charite.de einen Fragebogen an. Nachdem die Antworten über die individuelle Situation ausgewertet wurden, gibt die Website Empfehlungen für das weitere Vorgehen. Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de, Robert-Koch-Institut

Marie Schläfer


News des Tages

Nur die Alten in Gefahr?


Auch junge Covid-19-Patienten können einen schweren Krankheitsverlauf entwickeln.

Viele jüngere Menschen wiegen sich in der Sicherheit, Covid-19 könne ihnen nichts anhaben und würde nur ältere Leute schwer treffen. Amerikanischen Daten zufolge ist das ein Irrtum. 20 % der Eingewiesenen unter 44 Jahren Etwas Husten, ein bisschen Fieber und dann ist der Corona-Spuk vorbei – vor allem junge Leute nehmen eine mögliche Infektion mit dem Pandemie-Virus SARS CoV-2 auf die leichte Schulter. Viele hielten sich deshalb oft nicht an die aufgelegte Kontaktsperre und riskierten damit eine schnelle Verbreitung der Erkrankung. Doch mit dieser Sorglosigkeit bringt man nicht nur alte Menschen, sondern auch sich selbst in Gefahr. Die Analyse der ersten 4226 amerikanischen Covid-19-Fälle bis zum Stichtag 16. März erbrachte, dass jüngere Menschen keinesfalls gegen schwere Verläufe der Erkrankung gefeit sind. 508 (12%) dieser Covid-19-Patienten mussten aufgrund der Schwere der Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen werden. Dabei handelte es sich nicht nur um alte Menschen. 20% der Eingewiesenen waren 20 bis 44 Jahre jung, 18 % waren zwischen 45 und 55, 17 % zwischen 55 und 64, und 35 % über 65 Jahre alt. Auch junge Patienten werden intensivpflichtig 121 dieser hospitalisierten Patienten mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Hier verschoben sich die Zahlen etwas zu den Älteren, aber es gab auch junge Patienten, die intensivpflichtig wurden: Etwa 12% waren zwischen 20 und 44, 36% zwischen 45 und 64 und 53% über 65 Jahre alt. 44 der hospitalisierten Patienten verstarben. 9 davon kamen aus der Altersgruppe 20 bis 64 Jahre, 20 (46%) waren 65 bis 84 Jahre alt, 15 (34%) über 85. Falsches Gefühl der Sicherheit Covid-19 trifft alte Menschen besonders schwer – das unterstreichen auch diese Zahlen. Sie zeigen aber gleichzeitig, dass auch junge und mittelalte Menschen schwer an Covid-19 erkranken können und ins Krankenhaus bzw. auf eine Intensivstation eingewiesen werden müssen. Neben dem Schutz unserer Gesundheitssystems und der Solidarität mit älteren oder vorerkrankten Menschen liefert die Studie ein weiteres Argument, sich an die Ausgangsbeschränkungen zu halten. Quelle: Ärzteblatt

Dr. med. Sonja Kempinski


News des Tages

Routine trotz Covid-19


Besonders in Quarantäne sind Routinen und ein geregeltes Familienleben wichtig.

Quarantäne, Ausgangsbeschränkungen, Home-Office – viele Menschen müssen  in diesen Tagen zuhause bleiben, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern. Neben der Angst vor dem Virus erleben viele auch die sozialen Beschränkungen als sehr belastend. Das empfehlen Psychotherapeuten. Tage aktiv gestalten Um das Gesundheitssystem vor einer Überlastung durch COVID-19 zu schützen, gelten nun in ganz Deutschland Ausgangsbeschränkungen. Für viele heißt das: Freizeitbeschäftigungen und Arbeit auf zuhause verlagern und Freunde lieber nur virtuell treffen. Zu der Angst um die eigene Gesundheit und die der Angehörigen kommt das Gefühl, eingesperrt zu sein und die Ungewissheit, wie lange sich diese Situation hinziehen wird. Umso wichtiger ist es, in dieser Zeit neue Routinen zu entwickeln und alte anzupassen. Die deutsche Psychotherapeutenvereinigung hat einige Tipps veröffentlicht, die helfen.

  1. Den Tag strukturieren. Für Arbeitende: auch Pausen sind erlaubt und explizit gefordert. Telefonate mit Kollegen oder Kunden bringen zusätzliche Abwechslung. Auch in der Freizeit sind Routinen wichtig. Gewohnte Termine sollten wenn möglich beibehalten oder der Situation angepasst werden. Wer kann, nimmt seine Mahlzeiten am besten gemeinsam und zu den gewohnten Zeiten ein.
  2. In Bewegung bleiben. Stress und Angst werden am besten durch Bewegungs- und Atemübungen abgebaut. Ob geführte Meditation, High-Intensity-Workout oder Yoga – mittlerweile gibt es kostenlose Onlinekurse für jeden.
  3. Ausreichend trinken, ausgewogen ernähren. Steht der Körper unter Stress, benötigt er mehr Flüssigkeit. Zusammen mit gesunder Ernährung sind Körper und Psyche widerstandfähiger.
  4. Freie Zeit genießen. Endlich genug Zeit für Entspannung, Hobbies und die Familie. Oder wie wäre es mit einer neuen Herausforderung, wie dem Lernen einer Sprache?
  5. Tagesziele setzen. Wer jeden Tag ein paar kleine Aufgaben erledigt, freut sich über den Erfolg und beugt depressiven Gedanken vor. Jetzt ist auch endlich Zeit für ungeliebte Arbeiten, wie den Frühjahrsputz oder das Aufräumen des Kellers.
  6. Ruhe bewahren. Ständige Panik und Angst drücken die Stimmung und führen zu Schlafstörungen. Hier hilft es, sich abzulenken und nur zwei Mal pro Tag die Meldungen zur Coronakrise zu lesen.  
  7. In Kontakt bleiben. Gemeinsam lässt sich die Krise besser bewältigen. Schon ein Lächeln beim Einkaufen, ein Anruf oder Gespräche mit Familienmitgliedern schaffen ein Gefühl von Zusammenhalt.
Quelle: Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung

Marie Schläfer


News des Tages

Leicht, aber signifikant erhöht


Vor allem Männer zwischen 30 und 40 Jahren entscheiden sich für eine Sterilisation als Verhütungsmethode.

Immer mehr Männer verhüten endgültig, indem sie sich die Samenleiter durchtrennen lassen. Einer neuen Studie zufolge gibt es Hinweise darauf, dass nach einer solchen Vasektomie das Risiko für Prostatakrebs steigt. Risiko um 15% erhöht Etwa 3% der deutschen Männer im Alter zwischen 20 und 44 Jahren lassen sich per Vasektomie sterilisieren. Ob es zwischen diesem Eingriff und dem Auftreten von Prostatakrebs einen Zusammenhang gibt, haben nun dänische Ärzte mit Hilfe der Daten von über 2 Millionen Männern analysiert. Knapp 140 000 davon hatten sich die Samenleiter durchtrennen lassen, 26 000 der teilnehmenden Männer entwickelten einen Prostatakrebs. Es zeigte sich, dass die sterilisierten Männer 10 Jahre nach dem (durchschnittlich mit 38 Jahren) erfolgten Eingriff ein um etwa 15% höheres Prostatakrebs-Risiko hatten als die Nicht-Vasektomierten. Demzufolge erkrankte von 71 Männern mit durchtrennten Samenleitern einer vor seinem 75. Lebensjahr an Prostatakrebs. Diese leichte, aber statistisch signifikante Erhöhung des Risikos blieb zudem etwa 30 Jahre lang bestehen. Ursache ungeklärt Warum nach einer Vasektomie das Risiko für Prostatakrebs erhöht ist, bleibt ungeklärt. Möglicherweise haben die Sekrete, die bei einer normalen Ejakulation durch die Prostata geleitet werden, eine schützende Funktion, spekulieren die Studienautoren. Die Anzahl der Arztbesuche, das Einkommen oder den Bildungsstand konnten sie als Einflussfaktoren ebenso ausschließen wie die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen. Andere Krebsarten seltener Dagegen war bei den Sterilisierten das Risiko für andere Krebserkrankungen um 9% geringer. Dazu gehörte auch die Wahrscheinlichkeit, an mit Rauchen oder Alkoholkonsum verbundenen Tumorarten zu erkranken (z. B. Lungen- oder Speiseröhrenkrebs). Als Grund für die reduzierte Krebsrate vermuten die Studienautoren eine gesündere Lebensweise der Vasektomierten. Quelle: www.springermedizin.de

Dr. med. Sonja Kempinski


News des Tages

Chemotherapie lieber verschieben?


Chemotherapien schwächen das Immunsystem oft.

In Zeiten von Covid-19 sind viele Krebspatienten verunsichert, da sie zur Gruppe der Risikopatienten gehören. Informationen und Empfehlungen für diese Patienten hat nun die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) herausgegeben. Knackpunkt schwaches Immunsystem Konkrete Erfahrungen über eine erhöhte Covid-19-Rate bei Krebspatienten gibt es bisher noch nicht, berichtet die DGHO. Bei ihren Empfehlungen orientieren sich die Experten deshalb an anderen viralen Infektionen der Atemwege. Zudem sind Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung oder einer Therapie ein geschwächtes Immunsystem haben, bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 besonders gefährdet, schwere Verläufe zu entwickeln. Wer ist gefährdet? Laut DGHO gehören zu den gefährdeten Patienten:

Schützen – Erkennen – Handeln Zur Vorbeugung einer Infektion gelten für Krebspatienten die gleichen offiziell empfohlenen Schutzmaßnahmen wie für gesunde Menschen. Dies sind insbesondere folgende Verhaltensweisen: Krebstherapie verschieben? Krebstherapien haben eine Reihe unerwünschter Wirkungen, darunter auch die, das Immunsystem zu schwächen. Bei einer Krebstherapie wägt der behandelnde Arzt jedoch das Risiko der Krebstherapie gegenüber ihrem Nutzen stets sorgfältig ab. Das gilt auch in Zeiten der Covid-19-Pandemie, wobei das Infektionsrisiko auch von den Lebensumständen des Patienten abhängt. Doch bei den meisten, akut an Krebs erkrankten Patienten steht der Nutzen einer sinnvollen und geplanten Krebstherapie über dem Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus, schreibt die DGHO in ihrem Informationsblatt. In Fällen einer chronischen, gut beherrschbaren Krebserkrankung kann individuell über Therapieverschiebung entschieden werden. Quelle: DGHO

Dr. med. Sonja Kempinski


News des Tages

Fake News entkräftet


Viren können in Laboratorien gentechnisch manipuliert werden.

Wieder eine Verschwörungstheorie wissenschaftlich entkräftet: Das Pandemie-Virus SARS CoV-2 wurde nicht zu finsteren Zwecken in einem chinesischen Labor gebastelt. Es hat sich kalifornischen Wissenschaftlern zufolge auf natürlichem Weg entwickelt. Spike-Protein unter der Lupe Um den Ursprung des neuen Coronoavirus SARS-CoV-2 zu bestimmen, verglichen die Forscher seinen Aufbau mit dem Aufbau der bisher bekannten Coronaviren. Dabei nahmen sie vor allem das Spike-Protein auf der Virushülle unter die Lupe. Mit Hilfe dieses aus 2 Bereichen bestehenden Proteins erobert das neue Coronavirus seine Wirtszelle: Über die Receptor Binding Domain (RBD) bindet es an die Oberfläche der Wirtszelle und über die sogenannte Cleavage Site dringt es in die Zelle ein, was letztendlich zu der Erkrankung Covid-19 führt. Bindungs-Stelle spricht für Selektion Vor allem der RDB-Bereich des neuen Virus ist im Gegensatz zu den bisherigen Coronaviren derart verändert, dass es sehr gut an die menschliche Zelle andocken kann. Für eine solche Anpassung kommt aber nur ein natürlicher Selektionsprozess in Frage und keine genetische Manipulation im Labor, betonen die Wissenschaftler. „Wir können mit Bestimmtheit sagen, dass SARS CoV-2 durch natürliche Prozesse entstanden ist“, bekräftigt die Erstautorin der Studie. Zudem unterscheidet sich die molekulare Struktur im Vergleich zu SARS CoV-2 und MERS (den beiden anderen bekannten krankmachenden Coronaviren) stark. Auch deshalb schließen die Wissenschaftler eine genetische Manipulation der bekannten Coronaviren zur Herstellung von SARS CoV-2 aus. Wo ist das Virus mutiert? Wo sich das neue Virus entwickelt hat, ist noch unklar. Am wahrscheinlichsten ist, dass das Virus wie sein Verwandter SARS schon in einem tierischen Wirt mutierte und dann auf den Menschen übergesprungen ist, vermuten die Autoren. Möglich ist aber auch, dass eine nicht-krankheitserregende Virus-Variante den Menschen erobert und die krankheitserregenden Eigenschaften erst im Menschen selbst entwickelt hat. Epidemiologisch haben beide Theorien verschiedene Bedeutung: Kursiert das menschen-pathogene SARS CoV-2 in der Tierwelt, ist die Chance für eine weitere Pandemie deutlich höher, als wenn das Virus erst im Menschen selbst zum Krankheitserreger wurde, erklären die Wissenschaftler. Quelle: Ärzteblatt

Dr. med. Sonja Kempinski